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S O N D E R A U S G A B E 
...zum Thema "Paradise Now"

 

UNFASSBAR....

Einen Goldenen Bären gab es zwar nicht für die Verherrlichung von Selbstmordanschlägen,
"NUR" den "Blauen Engel" (Europäischer Filmpreis)
,
PLUS den Deutschen Publikumspreis, wie auch den Amnesty-Filmpreis
!!!!!!

Plus einiges Mehr.....
 


INHALTSANGABE

HINWEIS ZU UNSERER MAILINGLISTE...

Der nachfolgende Pressespiegel soll dazu beitragen ein möglichst WAHRHAFTIGES Bild über alles Rund um das Thema "Antisemitismus" zu bekommen.
Die hier veröffentlichten Artikel repräsentieren nicht in jedem Fall die Meinungen der Redaktion, oder der restlichen Mitglieder der Honestly-Concerned Mailingliste. Dies gilt i.B. für die im letzten Abschnitt dieser Ausgabe veröffentlichten Leserbriefe und -beiträge einzelner Mitglieder.
JEDE WEITERVERÖFFENTLICHUNG DER BEI UNS VERÖFFENTLICHTEN BRIEFE ODER KOMMENTARE, OHNE VORHERIGE GENEHMIGUNG DER URSPRÜNGLICHEN ABSENDER ODER DER REDAKTION, IST STRIKT UNTERSAGT!


TEIL 1 – "Paradise Now"...  
 

  1. UNFASSBAR.... Einen Goldenen Bären gab es nicht für die Verherrlichung von Selbstmordanschlägen, "NUR" den "Blauen Engel" (Europäischer Filmpreis), PLUS den Deutschen Publikumspreis, wie auch den Amnesty-Filmpreis!!!!!!


    1. BERLINALE - Der AGICOA-Preis Der Blaue Engel, mit 25.000 Euro der am höchsten dotierte Preis, für den besten europäischen Film, geht an....
      PARADISE NOW von Hany Abu-Assad
      Der „Blaue Engel“ geht an den besten europäischen Film des Wettbewerbs und ist eine Hommage an die große Marlene Dietrich. Der Preis wird von AGICOA gestiftet, dem Verband für die internationale Wahrnehmung von Urheberrechten an audiovisuellen Werken „Association de Gestion Internationale Collective des Oeuvres Audiovisuelles“.
      Der "Blaue Engel" ist mit 25.000 Euro dotiert und damit die einzige unter den von der Internationalen Jury vergebenen Auszeichnungen, die mit einem Preisgeld verbunden ist. Er ist gleichzeitig der am höchsten dotierte Preis, der im Rahmen der Berlinale vergeben wird. 
       

    2. STANDARD - Publikums- und Amnesty-Preis für "Paradise Now" - Film schildert die letzten 24 Stunden im Leben zweier palästinensischer Selbstmordattentäter
      Berlin - Der Spielfilm "Paradise Now" des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad erhält sowohl den Publikumspreis als auch den mit 2.500 Euro dotierten Amnesty-International-Filmpreis der diesjährigen Berlinale. Dies teilten die Jurys am Samstag in Berlin mit. "Paradise Now" galt auch als einer der Favoriten für den Hauptpreis der 55. Berlinale, den Goldenen Bären. Darin werden die letzten 24 Stunden im Leben zweier palästinensischer Selbstmordattentäter geschildert.
      Auf Platz zwei folgte in der Publikumswertung der deutsche Film "Sophie Scholl - Die Letzten Tage" über die hingerichtete Widerstandskämpferin. Auf Platz drei landete "Sometimes in April", ein Film über den Völkermord in Ruanda 1994. (APA/dpa)

    3. MORGENPOST - Eine Filmbüchse aus Glas - Klares Votum: "Paradise Now" gewinnt den Leserpreis der Berliner Morgenpost - Von Peter Zander
      Die Bären werden erst heute verliehen. Ein Preis steht aber schon fest: Der Publikumspreis der Berlinale, der bereits zum 32. Mal von der 25köpfigen Leserjury der "Berliner Morgenpost" entschieden wurde, geht an den palästinensischen Beitrag "Paradise Now".
      Ein Tag wie jeder andere. Die Freunde Said und Khaled reparieren Autos in der Werkstatt, gammeln abends herum, schmauchen Wasserpfeife. Und doch ist es ein besonderer Tag. Weil es ihr letzter ist. Am nächsten Morgen werden sie rasiert und in Anzüge gesteckt. Sie sollen aussehen wie Israeli und über die Grenze geschmuggelt werden. Weil sie sich als Selbstmordattentäter gemeldet haben.
      Dem klugen Film gelingt die schwierige Gratwanderung, weder die Israelis noch die Palästinenser zu kritisieren. Er heroisiert nicht, stellt nur die fatale Entwicklung nach, die junge Männer zu solchen Entschlüssen treiben kann. Das erzählt Regisseur Abu-Assad nicht in den bei solchen Themen beinahe schon gewohnten wackligen Digital-Video-Bildern, die Authentizität vermitteln sollen, sondern in großem, streng komponiertem Cinemascope. Das war nicht ganz einfach, drehte er doch mitten in der Krisenregion, in Nablus, wo seine Crew oft von Straßenpatrouillen am Drehen gehindert wurde. Und nicht selten gingen da, wo sie eben noch gedreht hatten, Stunden später Bomben hoch. Drei deutsche Techniker hielten dem Druck nicht stand und verließen das Team. Das mußte am Ende selbst auf Nazareth ausweichen.
      ....

    4. AMNESTY INTERNATIONAL - Pressemitteilung - ai-Filmpreis / Berlinale 2005 - Amnesty International Filmpreis geht an Paradise Now
      amnesty international
      Sektion der
      Bundesrepublik Deutschland e.V.
      Pressestelle
      Postfach 58 01 61
      10411 Berlin
      Telefon: 030/420248-306
      presse@amnesty.de
      www.amnesty.de
      Berlin, 19. Februar 2005 – Der Spielfilm Paradise Now hat den Amnesty International Filmpreis auf der 55. Berlinale erhalten. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Der Film des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad war im Wettbewerb des diesjährigen Festivals zu sehen.
      „Paradise Now ist eine kleine Geschichte über einen großen Konflikt - moralisch, aber nicht moralisierend; berührend, aber nicht sentimental“, sagte die Schauspielerin Nina Hoss im Namen der ai-Jury bei der Preisverleihung der Unabhängigen Jurys. „Ein Film, der zum Nachdenken zwingt, ohne belehrend zu sein. Ein Plädoyer dafür, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann.“
      In der niederländisch-deutsch-französischen Ko-Produktion verlieren sich zwei junge Palästinenser auf dem Weg zu einem Selbstmordattentat aus den Augen. Die Freunde müssen sich nun allein mit ihren
      Überzeugungen auseinandersetzen.
      „Mit der Auszeichnung endet unser Engagement für Paradise Now nicht“, sagte Christoph Friedel, Filmproduzent und ebenfalls Mitglied der ai-Jury. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Film einen Verleih und damit ein möglichst breites Publikum in Deutschland findet.“
      Der Amnesty International Filmpreis wurde bereits auf anderen internationalen Filmfestivals (Amsterdam, Rotterdam, Kopenhagen) verliehen. Mit dem Preis möchte ai die Aufmerksamkeit von Fachleuten und Publikum auf das Thema Menschenrechte lenken und Filmemacher dazu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.
      Für Nachfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an Nina Tesenfitz, Tel. 0177-609 17 21


  2. Hintergründe, Kommentare und Artikel zum Thema "Paradise Now"....

     
    1. TYPOSCRIPT - Pressemappe

    2. JUEDISCHE.AT - Sonderseite zum Paradise Now

       
    3. JUEDISCHE.AT - Auf der Anklagebank - Wie auf der Berlinale der Krieg gegen Israel gezeigt wird -  Tobias Ebbrecht   
      Der Skandal blieb erwartungsgemäß aus. „Paradise Now“, Wettbewerbsbeitrag bei den 55. Filmfestspielen in Berlin, wurde von der Kritik gelobt und vom deutschen Publikum gefeiert. An der Beschönigung und Verharmlosung von palästinensischen Selbstmordattentaten gegen Israel störte sich niemand.
      Man vertraute auf das Wort des israelischen Co-Produzenten des Films Amir Harel, dass der Film keine Stellung für Suicide Attacks beziehe. Trotzdem schienen die Filmemacher wie auch die Verantwortlichen der Berlinale etwas überrascht darüber, dass „Paradise Now“ auf so breite und einhellig geteilte Zustimmung stieß. „Kontrovers“ sei der Film wurde noch kurz vor der Vorführung vorsichtig verkündet. Und vorsorglich fragte man den Regisseur des Films Hany Abu-Assad, ob er Kritik von jüdischen oder israelischen Organisationen befürchte.....

    4. JUEDISCHE.AT - Der Selbstmordattentäter als mythischer Held - Hany Abu-Assads Film „Paradise Now“ porträtiert zwei palästinensische Selbstmordattentäter  - Tobias Ebbrecht  
      Am Ende wird die Leinwand weiß. Man sieht keine Trümmer und keine ermordeten Menschen. Der letzte Blick ist der in zwei entschlossene Augen. Immer näher fährt die Kamera an das Gesicht des jungen Palästinensers heran und separiert die um ihn herum sitzenden Menschen, seine Opfer....
       

    5. JUEDISCHE.AT- Moral War - Der Berlinale-Favorit "Paradise Now" zeigt den Weg zweier palästinensischer Selbstmordattentäter - in die Herzen des Publikums,Berlin, 16. Februar 2005 -  Ralf Schroeder
      Stille beim Filmabspann, kein Geräusch, kein Gespräch, keine Musik. Das Publikum zelebriert die anempfohlene Einfühlung. Gerade noch hat sich auf der Leinwand der Palästinenser Said in einem Bus voller israelischer Soldaten in die Luft gesprengt. Die Besucher des Berlinale-Favoriten "Paradise Now" trauern um den Mörder als tragisches und darum eigentliches Opfer, dessen Beweggründe sie nicht teilen müssen, um sie doch zu verstehen.....  

    6. JUEDISCHE.AT  - Suicide bombing ist kein Mittel sondern ein... - Wie antisemitisch ist die Berlinale 2005?-
      Wir dokumentieren ein Glugblatt, das anlässlich der Vorführung des Selbstmordpassionsspiels "Paradise now" in der Berlinale verteilt wurde
      ...

    7. Jüdische/COP - Palestinian Suicide Bombers Celebrated at Berlin Film Festival - Tobias Ebbrecht (Die Judische-Austria)
      Hany Abu-Assad's movie "Paradise Now" portrays two Palestinian suicide bombers.
      At the end the screen goes blank. You do not see rubble nor dead people. The last thing you see is a pair of determined staring eyes.
      Abu-Assad only wants to show the perspective of the suicide bomber in his movie, where the bombers are not the offenders but the victims, and the Israelis become the offenders.
      The movie was financed by the Netherlands movie fund, the German-French TV channel Arte, the film board of Nordrhein-Westphalia, and the media board of Berlin- Brandenburg.
      At the 55th International Film festival Berlinale, it was happily announced that the new "World Cinema Fund," founded by Cultural Minister Christina Weiss and Berlinale-Boss Dieter Kosslick would help promote the German distribution of the movie. 

    8. Die Jüdische "Und glaub mir, die Wirklichkeit ist noch viel lustiger" - kulturzeit-Moderator Gert Scobel und Hany Abu-Assad verstehen sich 
      Der TV-Moderator und ausgebildete Theologe Gert Scobel (Jg. 1959), Moderator des 3sat-Flaggschiffs Kulturzeit' , die wochentags um 19.20 Uhr zu sehen ist, bezieht sich - um ein beliebiges Beispiel dieses TV-Lieblings anzuführen - in der taz am 7.3.2003 auf Richard Wagners Tannhäuser um die 'dekadente Schlagerparade' im Fernsehen abzulehnen
      . >>

    9. presseportal- Palästinensischer Filmregisseur möchte Selbstmordattentäter als "Menschen und nicht als Monster" zeigen
      Der palästinensische Filmregisseur Hany Abu-Assad sorgt mit seinem Film "Paradise Now" bei den Berliner Filmfestspielen für Aufsehen. "Wenn man einen Film über Selbstmordattentäter dreht, dann muss man diese Menschen mit Respekt behandeln. Man muss sich in
      ihre Perspektive, in ihre Mythologie hineinversetzen, ohne sie zu rechtfertigen", sagt er der ZEIT.
         Der Regisseur, der sich als Pazifist versteht, sagt: "Jeder vernünftige Mensch auf der Welt weiß, dass es keinen Frieden geben
      kann, wenn fünf Millionen Palästinenser unter israelischer Besatzung leben und weitere zwei Millionen auf ihrem Recht auf Rückkehr
      bestehen. Und jeder vernünftige Mensch weiß, dass die Palästinenser dieses Land nicht für sich allein reklamieren können." Hany
      Abu-Assad: "Wir müssen verhandeln, weil wir der Hamas sonst das Feld überlassen."
       Er hofft, dass sein Film auch in Israel gezeigt wird: "Es wäre unglaublich, wenn die Israelis einen Film sehen könnten, der
      Selbstmordattentäter als Menschen und nicht als Monster porträtiert."
        
       

    10. heise- Auf Augenhöhe mit Selbstmordattentätern
      Helmut Merschmann 17.02.2005
      "Paradise Now" sorgt auf der Berlinale für Wirbel
      "Paradise Now" handelt von den letzten 48 Stunden im Leben zweier palästinensischer Selbstmordattentäter. Der Wettbewerbsbeitrag von Hany Abu-Assad sorgte auf der Berlinale für Wirbel und gilt bereits als Bären-Favorit. Ausgewogen, unparteiisch oder diplomatisch ist der Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "Paradise Now" gewiss nicht. 
       


    11.  

    12. Berlinale O-Ton Kais Nashef, Schauspieler: "Wenn die Leute lächeln, zeigt es mir, dass sie etwas verstanden haben."
      Mit viel Spannung und wohl auch geteilten Gefühlen wurde der Wettbewerbsfilm Paradise Now erwartet. Hany Abu-Assads Film beschäftigt sich mit dem Teufelskreis aus Hass, Erniedrigung und Gewalt, der aus zwei jungen Palästinensern Selbstmordattentäter macht. In einem Wettbewerb mit starken politischen Positionen galt die Einladung von Paradise Now als eine mutige Entscheidung, die jedoch keinesfalls unumstritten war. Nach der Premiere hat der Berlinale O-Ton nach dem Zufallsprinzip einige Zuschauerstimmen aufgeschnappt und kurz darauf auch ein Kurzinterview mit den beiden Hauptdarstellern geführt. >> 

    13. Berlinale O-Ton Videos zum Film


  3. 3 LESERBRIEFE ZU DIESEM THEMA....


    1. -----Original Message-----
      From: Herbert Eiteneier
      Sent: Saturday, February 19, 2005 2:06 PM
      To: honestlyconcerned
      Subject: Berlinale-Kommentar

      Aus meinem Weblog (http://homepages.compuserve.de/heppye/weblog0.html):

      19.02.2005 Die Filmkritik überschlägt sich freudig angesichts eines Favoriten bei der Berlinale: des Films "Paradise Now", der die Geschichte zweier Selbstmord-Attentäter über 90 Minuten ausbreitet und ihnen ein positives Bild verschafft. Was davon zu halten ist, kann man hier und hier nachlesen. Ich würde es weit drastischer ausdrücken als diese beiden Autoren.
      Für die Filmförderung und die Filmschaffenden hätte ich da noch einen Vorschlag: Warum dreht ihr nicht mal einen Film über SS-Männer und ihre lustigen Erlebnisse in der "Ausbildung" auf einer Nazi-Eliteschule und den verzweifelten Kampf dieser ganz normalen, wunderbaren, netten jungen Leute gegend das Weltjudentum? Oder ist die Verzweiflung allen vorbehalten außer den Nazis und die Hass-Erziehung und Verblendung Privileg der Nazis, nie durch die PA, Hamas, Islamischer Jihad, Al Aksa-Märtyrerbrigaden, Hisbollah etc. betrieben?


    2. -----Original Message-----
      From: Andrea Lauser
      Sent: Saturday, February 19, 2005 1:40 PM
      To: Arbaim
      Subject:  Schreiben "Paradise Now"

      Hallo,
      zur Info schicke ich Euch das Schreiben, das wir im Namen der DIG AG Freiburg bzgl. des Films "Paradise Now" verschickt haben.
      Viele Grüße, Andrea.
       

      An die

      Kulturstiftung des Bundes
      Franckeplatz 1

      06110 Halle an der Saale

       

      18.02.2005 

        

      Film „Paradise Now“

        

      Sehr geehrte Frau Dr. Weiss, sehr geehrte Frau Dr. Hendricks, sehr geehrte Frau Vollmer, sehr geehrte Frau Hertling, sehr geehrte Frau Maron, sehr geehrter Herr Chrobog, sehr geehrter Herr Thierse, sehr geehrter Herr Dr. Lammert, sehr geehrter Herr Härtel, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Karp, sehr geehrter Herr Kiepe, sehr geehrter Herr Lübking, sehr geehrter Herr Wowereit, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hoffmann,

       

      Sie sind Mitglieder des Stiftungsrates der Kulturstiftung des Bundes, die im Oktober 2004 gemeinsam mit den Internationalen Filmfestspielen Berlin den World Cinema Fund gegründet haben.

      Der World Cinema Fund unterstützt Kooperationsprojekte deutscher Filmproduzenten mit nicht-europäischen Filmemachern und Produzenten. Er fördert Filme, die ohne den Fund nicht entstehen können. „Filme, die mit einer ungewöhnlichen Ästhetik überraschen, die starke Geschichten erzählen und ein authentisches Bild ihrer kulturellen Herkunft vermitteln“, wie es auf der zugehörigen Website heißt.

      Einer dieser Filme ist die internationale Co-Produktion (Niederlande, Deutschland, Frankreich) „Paradise Now“ des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad. Angesichts u. E. äußerst umstrittener Passagen dieses Filmes und angesichts einiger u. E. problematischer Aussagen des Regisseurs möchten wir unsere Bedenken, ja sogar unsere Bestürzung über die Unterstützung von „Paradise Now“ durch den World Cinema Fund zum Ausdruck bringen.

      Im Folgenden nur drei Beispiele, die in uns Unverständnis für die Unterstützung wecken:

      1. Hany Abu-Assad nannte in Berlin als eines seiner wesentlichen Ziele „die möglichst getreue Spiegelung des Lebensgefühls in Palästina und Israel, um so zum Verständnis füreinander beizutragen.“ Verständnis vermittelt dieser Film u. E. aber nicht füreinander, sondern nur für die palästinensische Seite. Die „möglichst getreue Spiegelung des Lebensgefühls“ der Israelis bleibt außen vor, da die Israelis im Film nur aus der Ferne zu sehen sind, als ob man dadurch verhindern wolle, Mitgefühl für sie zu wecken. Somit kommt der Film weder dem angeblichen Ziel Abu-Assads nach, noch vermittelt er u. E. das authentische Bild, das vom World Cinema Fund als Voraussetzung für die Unterstützung von Filmen verlangt wird.
      2. In einem 3sat-Interview mit Gert Scobel wurde Abu-Assad nach der Szene des Films gefragt, die die Aufzeichnung des „Bekenner“-Videos vor dem Selbstmordattentat auf etwas komische, um nicht zu sagen witzige Weise darstellt: Abu-Assad sagte dazu lachend: „Believe me, in reality it is much more funnier.“ Es ist für uns erschütternd festzustellen, dass der World Cinema Fund einen Film unterstützt, dessen Regisseur offensichtlich Spaß an der Vorbereitung eines Mordes an Juden empfindet!
      3. Eine Szene im Film, in der der Selbstmordattentäter, der sich entscheidet, den Anschlag auszuführen, mit seinen Freunden an einem Tisch sitzt, erinnert sehr an das Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern, was offensichtlich vom Regisseur –gemäß seiner Aussagen- auch so beabsichtigt ist. Der Selbstmordattentäter, der den Anschlag ausführt, wird zu Jesus, der sich lt. christlichem Glauben für die Menschheit opfert, der andere, der sich gegen die Ausführung entscheidet, wird zu Judas, der lt. christlichem Glauben ein Verräter ist. Diese Szene überschreitet u. E. die Grenze zum Antijudaismus. Angesichts dessen ist es uns vollkommen unverständlich, dass dieser Film vom World Cinema Fund unterstützt wird! Oder teilt der World Cinema Fund diese antijudaistische Sicht der Dinge?

       

      Alles in allem erscheint uns der Film als eine Glorifizierung der palästinensischen Selbstmordattentäter. Es besteht u. E. die Gefahr, dass dieser Film die Menschen, die ihn sehen, dahingehend beeinflusst, dass sie bei weiteren stattfindenden Selbstmordattentaten nur um den palästinensischen Täter trauern, da er für sie durch die einseitige Darstellung im Film zum Opfer wird, nicht aber um die wahren Opfer –die getöteten Israelis-, da diese für sie auf Grund suggestiver Passagen im Film zu Tätern werden! Ist es tatsächlich Wille des World Cinema Fund, diese verkehrte Welt zu unterstützen? Wohin sind wir in Deutschland gekommen, wenn nur 60 Jahre nach Auschwitz eine derartig „coole“ Darstellung der Tötung von Juden unterstützt wird, salonfähig ist und Chancen auf Preise hat? Wohl leider nicht sehr weit!

      Wir bitten Sie als Mitglieder des Stiftungsrates der Kulturstiftung des Bundes, unsere Bestürzung nicht einfach ad acta zu legen, sondern entsprechend darüber nachzudenken und Stellung zu nehmen.

       

      Mit freundlichen Grüßen,

        

      Johannes Reiner.

      Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Freiburg

       

      Eine Kopie dieses Schreibens geht als Fax an den World Cinema Fund


    3. ----- Original Message -----
      From: Andrea Lauser
      Sent: Saturday, February 19, 2005 6:37 PM
      Subject: Filmpreis für Paradise Now

      Sehr geehrte Damen und Herren,
       
      ich habe heute gelesen, dass Sie dem Film "Paradise Now" den "Amnesty International Filmpreis" verliehen haben und sich nun bemühen wollen, diesen Film in Deutschland zu verbreiten. Dass eine Menschenrechtsorganisation wie ai einem Film, der m. E. palästinensische Selbstmordanschläge verharmlost, einen Preis verleiht und den Film auch noch verbreiten will, finde ich schockierend, weshalb die Glaubwürdigkeit von ai für mich spätestens seit heute vorbei ist.
      Der Film enthält m. E. einige umstrittene Passagen und manche Aussagen des palästinensischen Regisseurs finde ich sehr problematisch. Zwei Punkte von vielen, die mein Unverständnis für Ihren Schritt zeigen, möchte ich Ihnen im Folgenden nennen:
       
      1. In einem 3sat-Interview mit Gert Scobel wurde Abu-Assad nach der Szene des Films gefragt, die die Aufzeichnung des „Bekenner“-Videos vor dem Selbstmordattentat auf etwas komische, um nicht zu sagen witzige Weise darstellt: Abu-Assad sagte dazu lachend: „Believe me, in reality it is much more funnier.“ Es ist für mich erschütternd festzustellen, dass ai einen Film unterstützt und verbreiten will, dessen Regisseur offensichtlich Spaß an der Vorbereitung eines Mordes an Israelis empfindet!
      2. Eine Szene im Film, in der der Selbstmordattentäter, der sich entscheidet, den Anschlag auszuführen, mit seinen Freunden an einem Tisch sitzt, erinnert sehr an das Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern, was offensichtlich vom Regisseur –gemäß seiner Aussagen- auch so beabsichtigt ist. Der Selbstmordattentäter, der den Anschlag ausführt, wird zu Jesus, der sich lt. christlichem Glauben für die Menschheit opfert, der andere, der sich gegen die Ausführung entscheidet, wird zu Judas, der lt. christlichem Glauben ein Verräter ist. Diese Szene überschreitet m. E. die Grenze zum Antijudaismus. Angesichts dessen ist es mir vollkommen unverständlich, dass ai diesen Film auf die genannte Art und Weise unterstützt! Oder teilt ai diese antijudaistische Sicht der Dinge?

       

      Wie gesagt, meiner Ansicht nach verharmlost der Film die palästinensischen Selbstmordattentate. Und m. E. besteht die Gefahr, dass dieser Film die Menschen, die ihn sehen, dahingehend beeinflusst, dass sie bei weiteren stattfindenden Selbstmordattentaten nur um den palästinensischen Täter trauern, da er für sie durch die einseitige Darstellung im Film zum Opfer wird, nicht aber um die wahren Opfer –die getöteten Israelis-, da diese für sie auf Grund suggestiver Passagen im Film zu Tätern werden! Ist es tatsächlich der Wille von ai, diese verkehrte Welt zu unterstützen? Wohin sind wir in Deutschland gekommen, wenn nur 60 Jahre nach Auschwitz eine derartig „coole“ Darstellung der Tötung von Juden unterstützt wird, salonfähig ist und sogar Preise erhält? Wohl leider nicht sehr weit!

      Ich bitte Sie, meine Bestürzung nicht einfach ad acta zu legen, sondern entsprechend darüber nachzudenken und Stellung zu nehmen.

       

      Mit freundlichen Grüßen,

      Andrea Lauser.

      79111 Freiburg

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TEIL 2 - HAGALIL BRAUCHT HILFE...  


  1. jungle world- Fällt die Mauer? - Seit zehn Jahren informiert Hagalil über jüdisches Leben. Der Online-Dienst ist ein Bollwerk gegen Rassismus und Antisemitismus. Nun droht ihm das Aus. von markus ströhlein
    »Im Moment sieht es zappenduster aus.« Die Stimmung bei Andrea Livnat, einer der Macherinnen von Hagalil, ist, gelinde gesagt, gedrückt. Denn Hagalil, Europas größtes deutschsprachiges Internetmagazin zum Judentum, steht vor dem finanziellen Aus. Weitere Fördergelder aus dem Programm »Entimon – gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus«, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des so genannten Aufstands der Anständigen initiiert wurde, werden von der zuständigen Stelle verweigert.
    Dabei hatte es sich bei der Sicherung weiterer staatlicher Zuschüsse im Oktober 2004 nur um eine vermeintliche Formalie gehandelt. Die Betreiber von Hagalil waren wegen anhaltender Differenzen mit ihrem Förderverein Tacheles reden e.V. übereingekommen, die Trägerschaft für die Beantragung und Verwaltung der Fördergelder einem anderen Verein, haGalil e.V., zu übergeben. Bis dahin hatte sich Tacheles reden e.V. um das so genannte Interessenbekundungsverfahren gekümmert, mit dem das Ministerium beziehungsweise Entimon die Bewerber um Zuschüsse ausgewählt hatte. Die Beamten meldeten bei der Frage eines Trägerwechsels damals keinerlei Einwände an. Jetzt hat sich die Lage ins Gegenteil gewendet. Sven Olaf Obst, der zuständige Referent im Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat die mit der Verwaltung betraute Servicestelle angewiesen, den Trägerwechsel grundsätzlich abzulehnen.
    Die Realität hinter all dem Bürokratensprech ist bitter. Kein Träger, keine Zuschüsse. Keine Zuschüsse, kein Hagalil. Eine Einigung zwischen Tacheles reden e.V. und Hagalil, um so zum Zustand vor dem geplanten Trägerwechsel zurückzukehren, ist nicht möglich. Tacheles reden e.V. hat mittlerweile die Zusammenarbeit per Einschreiben für beendet erklärt.
    Man scheint nicht weiterzukommen. Die Behörde verschanzt sich hinter Vorschriften. Neben der Problematik des Trägerwechsels verweist man im Ministerium auch darauf, dass Tacheles reden e.V. nicht Hagalil, sondern »haOr – Licht. Bildung gegen Antisemitismus« als zu unterstützendes Projekt angegeben habe. Das ist richtig. Doch ein Blick in die Projektbeschreibung von haOr genügt, um die Verknüpfung mit Hagalil augenfällig zu machen: »Ziel des Projekts ›haOr – Licht. Bildung gegen Antisemitismus‹ ist auch im Jahr 2004 die Sicherung und der Ausbau der redaktionellen Tätigkeit von Hagalil.« Die Förderung von haOr schloss also die Förderung von Hagalil implizit ein.
    Ins Feld führen die Beamten um Dr. Obst auch die vermeintliche Kommerzialität des Internetmagazins. Als Beweismittel dienen auf der Seite platzierte Werbebanner. Dass Reklame reich macht, kann Livnat jedoch nicht bestätigen: »Die Werbeeinnahmen durch Banner sind minimal und haben beispielsweise 2004 nicht annähernd die Prozesskosten abgedeckt, die völlig unerwartet auf uns zukamen.« Prozesse mussten geführt werden, weil die Berichterstattung von Hagalil es nicht immer jedem Recht macht.
    Dass das Internetportal auch Feinde hat, merkten nicht nur die Betreiber. In einem Gespräch im Herbst 2003 mit David Gall, einem der Herausgeber von Hagalil, wies Dr. Obst darauf hin, dass keines der über 3 000 bisher von Entimon geförderten Projekte in Zuschriften so heftig angegriffen werde wie Hagalil. Die Menge an Hate-Mails war auch der Grund für die damalige Bitte Obsts, jegliche Verweise auf Entimon und das Bundesministerium von den Internetseiten zu tilgen.
    Das Problem, vor deutschnationalen Kreisen den Advokaten für ein jüdisches Internetmagazin spielen zu müssen, hat sich für Dr. Obst mit der Beendigung des Projekts haOr nun erledigt. Hagalil steht jedoch vor dem wohl größten Problem seit seiner Gründung. Die vorhandenen Mittel reichen noch bis März 2005. Die dann zu erwartende finanzielle Not mit Spenden auszugleichen, scheint für Livnat illusorisch. Denn anders als viele ihrer bisherigen Gesprächspartner im Ministerium vermuteten, stünden hinter Hagalil keine »reichen jüdischen Gönner«.
    Ehrenamtlich und ohne finanzielle Förderung wird die umfangreiche Arbeit des Internetmagazins nicht möglich sein. Seit der Gründung im Jahr 1995 gelang es den Betreibern, ein massives Gegengewicht zum antisemitischen und nazistischen Angebot im Internet zu schaffen und Judenhasser, Revisionisten und sonstige Hasspropagandisten von den höheren Rängen der Suchmaschinen zu verdrängen. Im Jahr 2004 wurden ungefähr 3 500 Artikel veröffentlicht. Die Chaträume waren 1 800 Stunden geöffnet. In den Büros in München und Tel Aviv wurden 2 200 Anrufe angenommen. Von 4 000 bei Hagalil gemeldeten Internet-Seiten mit potenziell strafbarem antisemitischem oder volksverhetzendem Inhalt wurden 120 zur Anzeige gebracht. Wie wirksam die Berichterstattung sein kann, zeigte 2003 unter anderem der Fall Martin Hohmann, auf den zuerst Hagalil aufmerksam machte.
    Von den momentan 237 von Entimon geförderten Projekten befassen sich zwar einige mit Antisemitismus, Hagalil ist jedoch das einzige, das an effektiven Gegenstrategien zu rechter Propaganda im Internet arbeitet. »Hundert Seiten Wahrheit gegen jede NS-Seite«, dieses Prinzip wird, auch wenn die Betreiber von Hagalil ihren Dienst keinesfalls einstellen wollen, ohne staatliche Finanzierung nicht aufrechtzuerhalten sein. Dann könnten in Fragen jüdischen Lebens wieder das Nationaljournal, das Deutsche Kolleg und Horst Mahler die Definitionsmacht im Internet übernehmen. 
     

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TEIL 3 - SONSTIGES... 


  1. TAGESSPIEGEL - Ressort: Meinung - Eine Welt ohne Israel - Ist der jüdische Staat die Ursache des Mangels an Demokratie und wirtschaftlichem Erfolg der islamischen Welt – oder ein Vorwand? - Von Josef Joffe
    Stellen wir uns vor, Israel hätte nie existiert. Gäbe es dann keine Not und Unterdrückung, die zornige junge Männer zu Selbstmordattentätern macht? Hätten die Palästinenser einen Staat? Wären die USA ohne diesen unbequemen Verbündeten beliebt in der muslimischen Welt? Das ist Wunschdenken. Israel ist nicht die Hauptursache der Spannungen. Es dämmt mehr Konflikte ein, als es erzeugt.
    Es gibt keinen anderen Staat, dessen Image sich so brutal umgekehrt hat. Bis in die 70er Jahre wurde Israel als tapferer David bewundert, der in feindlicher Umgebung die Demokratie und die Wüste zum Blühen bringt. Inzwischen erlebt Israel eine schleichende Delegitimierung. In der weichen Version sei Israel hauptschuldig an den Pathologien des Nahen Ostens und korrumpiere zudem noch die US-Außenpolitik. So steht es seit Jahren in Tausenden von Leitartikeln rund um die Welt, von dem puren Gift in den arabischen Medien ganz zu schweigen.
    In der harten Variante wird sogar Israels Existenzrecht in Frage gestellt. Israel an sich – und nicht sein Verhalten – sei danach Ursache aller Probleme in der Region. Woraus die „staatsmörderische“ Konsequenz folgt, dass die Geburt Israels 1948, bei der die USA und die Sowjetunion Pate standen, ein schwerer Irrtum war.
    Eine Spielart der weichen Variante ist die „Schwanz wedelt mit Hund“-Theorie. Die „jüdische Lobby“ und die Neokonservativen hätten die Bush-Regierung in eine blinde Pro-Israel-Politik getrieben, die zugleich das nationale Interesse Amerikas beschädige. Diese Lesart sieht Bush, Cheney und Rice, alles gute Christen, in den Fängen einer jüdischen Mafia und schreibt den Juden, wie so oft, mehr Macht zu, als sie haben. Dahinter verbirgt sich ein genereller Vorwurf: Es sei illegitim, wenn Interessengruppen sich in die Außenpolitik einmischen. Doch ist dies ein zutiefst anti-demokratisches Argument. Wir können gar nicht mehr zählen, wie oft solche Gruppierungen um die Definition des „nationalen Interesses“ ringen. Gewerkschaften und Verbände fordern Importbeschränkungen oder Export-Erleichterungen. NGOs agitieren für den humanitären Krieg. In den USA sind Iren gegen London, Polen gegen Moskau, Griechen gegen Ankara und Kubaner gegen Castro zu Felde gezogen......

  2. ULRICH W. SAHM - Israelische Scharfschützen
    Jerusalem, 17. Februar 2005 - "Was hat die israelische Armee noch zu tun, sowie der Friede ausbricht." Diese Frage wurde dem Forscher Eyal Ben Ari nach dem Rückzug aus Südlibanon im Mai 2000 gestellt. Sein Team dachte über die Beteiligung an "Friedenstruppen" nach.
    Doch schon ab Oktober 2000 wurden die Militärforscher des "Harry S. Truman Forschungsinstitut für die Förderung des Friedens" der Hebräischen Universität von Jerusalem unfreiwillig gefordert, statt über eine Armee in Friedenszeiten zu forschen, die Feinheiten einer Armee in einem "niedrig intensiven Konflikt" zu erkunden. Die Intifada ist kein richtiger Krieg. Dennoch werden die Soldaten wie in einem Krieg eingesetzt, vor allem die Scharfschützen.
    Die Konrad Adenauer Stiftung veranstaltete zusammen mit der El Kuds Universität und dem Truman-Institut eine akademische Diskussion unter Ausschluss der Presse. Professor Ben Ari stellte dabei seine noch unveröffentlichte Forschungsarbeit über israelische Scharfschützen vor.
    Seit der ersten Intifada ab 1987 seien die israelischen Militäraktionen "zunehmend durchsichtiger" geworden. Menschenrechtsorganisationen, die Presse und Politiker beobachten immer genauer, was die Soldaten im Felde tun. "Welchen Einfluss haben die verstärkten Diskussionen um Menschenrechte im öffentlichen Diskurs auf das Verhalten der Soldaten in den Kampfzonen", fragten sich die Forscher. In der israelischen Armee sei vermehrt über "Menschenwürde" diskutiert wurden, meistens über den Umgang mit Rekruten und Untergebenen, aber auch vergewaltigten Soldatinnen. Nur beiläufig wurde über den Umgang mit dem "Feind", der palästinensischen Zivilbevölkerung und "Terroristen" debattiert.
    Das Problem des "Kollateralschadens", also unschuldiger Opfer infolge militärischer Aktionen, sei bei den Amerikanern im Zusammenhang mit dem Einsatz von Nuklearwaffen während des Kalten Krieges aufgekommen. Die Diskussionen führten zu dem Konzept "chirurgischer" Eingriffe bei "low-tech"
    (konventionellen) Konflikten. "Die Militärs liebten diese Idee", sagte Ben Ari.
    Für seine Forschungsarbeit befragte Ben Ari 170 Offiziere, darunter 31 Scharfschützen. Zu seiner Überraschung bemerkte er beim Durchgehen der Interviews, dass sie davon redeten "einen Menschen" getötet zu haben, also nicht einen "Araber", einen "Feind" oder einen "Terroristen". Die gesamte psychologische Literatur, so Ben Ari, gebe vor, dass zum Töten gezwungene Menschen  ihr eigenes Gewissen erleichtern, indem sie  ihre Opfer "entweder entmenschlichen oder dämonisieren". Bei den israelischen Soldaten habe er das "fast gar nicht" vorgefunden.
    "Das Einschussloch ist winzig, aber das Gehirn explodiert und der halbe Kopf fehlt", zitiert Ben Ari einen befragten Scharfschützen. "Das erste Mal ist sehr schwer. Aber wenn wir das nicht tun, würden sie unsere Frauen und Kinder umbringen. Wir müssen diesen Job tun", folgte als Rechtfertigung. Manche Schützen berichteten, dass sie sich wie "Gott im Schlachtfeld" fühlten, als "Herren über Leben und Tod". Andere genossen "professionelle Befriedigung" bei erfolgreicher Pflichterfüllung.
    Das Töten sei für israelische Scharfschützen "weder banal noch traumatisch", fasst Ben Ari seine Erkenntnisse zusammen. Er bemerkte bei manchen Soldaten eine "psychologische Distanzierung". Bekanntlich falle Bomberpiloten und Artilleristen das Töten leichter als Panzersoldaten oder Infanteristen, da sie ihr Opfer nicht "direkt sehen" könnten. Um sich zu distanzieren, erzählten einige Scharfschützen, dass sie ihr Zielfernrohr "wie ein Computerspiel" betrachteten.
    Ben Ari bemerkte nur "sehr seltene Fälle" von Dämonisierung des Feindes, zumal die anderen Soldaten und die Gesellschaft das gezielte Töten der Scharfschützen voll mittragen. Einfache Soldaten bezeichneten die Scharfschützen als "sehr wichtig". Die israelische Gesellschaft betrachte das gezielte Töten als "notwendig"- um sich zu schützen und gleichzeitig den Tod von Unschuldigen zu vermeiden. Deshalb sei ein Prozess der "Dämonisierung" überflüssig, meint der Forscher.
    Die Scharfschützen hätten die Aufgabe, die "Feinde" auszuschalten, oft durch gezielte Schüsse in die Waden und nicht mit tödlichen Schüssen, sagte Ben Ari. Die Alternative sei der Einsatz eines Maschinengewehrs. Doch das bedeute viele unschuldige Opfer, ohne Garantie, allein jenen zu treffen, von dem die Gefahr ausgehe.


    1. ULRICH W. SAHM - Originalzitate israelischer Scharfschützen
      Jerusalem, 19. Februar 2005 - Nachfolgende Zitate dienen als Grundlage für eine wissenschaftliche Forschung von Professor Eyal Ben Ari über Scharfschützen und ihren Umgang mit dem Töten. Ben Ari stellte seine noch unveröffentlichte Arbeit "unter Ausschluss der Presse" vor. Die Zitate werden hier mit seiner Genehmigung zum ersten Mal veröffentlicht.
      Fallschirmspringer: "Scharfschützen sind beim Einsatz unentbehrlich."
      Fallschirmspringer: "Meine Scharfschützeneinheit hat nur einmal einen Menschen getötet. Zwei Tage lang war ich im Schock. Sonst hatten wir noch keine Chance zu töten. Ich dachte, ich würde im Feld aufgeregter sein. Danach hat man Zeit zum Nachdenken. Plötzlich kapiert man, dass man einen Menschen getötet hat."
      Infanterie: "Ich begann zu lesen. Ich bin nicht verrückt geworden. Ich las alles Mögliche über spirituelles Erwachen. Danach wandelte ich mich. Ich wurde ein besserer Mensch, hilfreicher, rücksichtsvoller, weniger zornig." (Ben Ari: die Erfahrung des Tötens relativiert das tägliche Leben)
      Infanterie: "Ich klinge vielleicht verklemmt. Ich dachte über seine Familie nach, seine Freunde. Er war in meinem Kopf ständig präsent. Er war ein Hamasnik. Der trug nicht nur eine Waffe. Er kam nicht, um Spielchen zu spielen." (Ben Ari: Beispiel für Dämonisierung)
      Ausbilderin: "Sie tun eine echt wichtige und harte Arbeit. Das erste Mal, nachdem sie getötet haben, kommen sie und erzählen uns, dass es nicht leicht für sie war, wenn sie den toten Mann gesehen haben. Sie sehen den Toten wie mit dem Vergrößerungsglas. Einige haben nachts Albträume. Aber wenn sie weiter machen, geht das irgendwie vorüber."
      Spezialeinheit: "Grundsätzlich verstehen wir, dass da ein Mann mit einer Waffe ist, der angreifen will, um unschuldige Zivilisten umzubringen. Dann tut es uns nicht leid. Selbst wenn es uns zwickt, wenn seine Freunde und seine Frau schreien und weinen. Gewiss hat er Freunde und solche, die ihn lieben. Ich bin sogar sicher, dass er ein guter Mensch ist. Er tut das aus ideologischen Gründen. Wir haben aus unserer Sicht das Töten von Unschuldigen verhindert. Deshalb tut es uns nicht leid."
      Fallschirmspringer: "Ich traf ihn in den Kopf. Das erste Mal ist das nicht so schön...all das Gehirn. Es war ganz kaputt. Auf der anderen Seite herausgeflogen. Wenn die Kugel einen Kopf trifft, entsteht nur ein winziges Loch. Aber auf der anderen Seite fehlt der halbe Kopf. Beim ersten Mal ist das schwer zu ertragen. Es ist hart zu sehen, wie ein Mann hinfällt, mit explodiertem Gehirn. Jede Person, die man tötet, ist auch ein Mensch. Aber wir müssen es tun. Entweder ist er ein Terrorist, der unsere Frauen und Kinder töten wird oder er will sich in unserem Land sprengen. Wenn wir ihn runterholen, kann er das nicht mehr tun. Ganz einfach. Weniger Bürger werden getötet. Deshalb müssen wir es tun. Irgend jemand muss es tun. Es ist schwer, einen Menschen zu töten."
      Fallschirmspringer: "Nach dem Schießen kehrten wir in unsere Stellung zurück und begannen nachzudenken. In der Nacht kamen sie, die Leichen wegzutragen. Die Mütter weinten neben den Toten und auch die Kinder. Ja, wenn man darüber nachdenkt, angesichts der weinenden Mütter und Kinder, neben den beiden Terroristen, die Moschee im Hintergrund, dann versteht man nicht richtig, was da vor sich geht. Dann fragt man sich, warum? Die waren doch bewaffnet. Die schießen auf Menschen. Dann denkst du an die Sicherheitslage im Land und denkst an die Mütter in Israel, die genauso ihre (toten) Kinder beweinen. Da gibt es Terroranschläge auf Busse. Wir haben hier zwei getötet und dort sind sechzehn Menschen (in Israel) an einem Tag getötet worden."
      Infanterie: "Der Ausbilder sagte uns, dass ein Scharfschütze wie Gott ist. Er entscheidet, wer leben darf und wer im Schlachtfeld sterben muss. Das ist ein gewagter Spruch, aber er entspricht der Realität vor Ort."
      Infanterie: "Die Waffe spielt die gleiche Rolle wie Gott. Du schaust durch das Zielfernrohr und siehst den Mann und weißt, dass dies seine letzten Augenblicke sind. Er weiß nicht einmal, dass du da bist."
      Infanterie: "Ich habe das Ziel markiert und weiß, dass nur ich schieße und zweifelsfrei treffe. Alle Anderen warten auf das Ergebnis Deiner Arbeit. Wenn sie erfolgreich ist, ist es ein gutes Gefühl. Man fühlt sich viel besser, als wenn ein ganzer Haufen (Soldaten) losschießt und niemand weiß, wer getroffen hat."
      Infanterie: "Aus meiner Sicht ist da ein Ziel, ein Objekt, das meine Soldaten gefährdet. Das Objekt ist der Feind. Den neutralisiere ich. Das klingt wie freudianische Verdrängung. Hör zu, ich weiß was ich tue und glaube daran. Ich versuche, nicht daran zu denken, dass es ein Mensch ist. Ich neutralisiere ihn. So kann er jetzt oder in der Zukunft nicht mehr tun, was er tut. Ich sehe ihn durch das Zielfernrohr. Das ist fast so, als würde man Fernsehen schauen. Natürlich kann ich differenzieren, weil dies hier Wirklichkeit ist. Aber der Blick durch das Zielfernrohr macht die Dinge weniger menschlich." (Ben Ari: Entmenschlichung als Schutzmechanismus)
      Infanterie: "Ich ziele auf den Schenkel, unterhalb der Hüfte. Normalerweise zielen wir auf die Unterschenkel. Aber der Mann saß so da, dass ich ihn gefährdet hätte. Die Kugel hätte sein Herz oder den Magen getroffen. Und dann sah ich, wie der Mann umkippte durch die Wucht der Kugel und sein Bein anpackte." (Ben Ari: Wie Ärzte "ein Herz" oder "ein Knie" operieren, so "zerlegen" Scharfschützen ihre Opfer geistig in Körperteile. Eine Form der
      Entmenschlichung)
      Infanterie. "Wenn wir einen (palästinensischen) Scharfschützen vor uns haben, dann ist das wirklich sehr beängstigend. Ich verstecke mich hinter Steinen oder hüpfe möglichst professionell herum. Aber wenn das Gegenüber nur ein AK-47 (Kalaschnikow) hat, ist es nicht so schlimm. Der kann bei mehr als 100 Meter nicht richtig zielen."
      Scharfschütze in der West Bank: "Nein, da gibt es keinen Hass. Ich hasse keine Menschen. Da wird ein Mensch verhaftet, weil er ein Selbstmordattentat verüben will.  Dann siehst du ihn mit Handschellen, ganz normale Handschellen und sagst Dir: "Das ist auch nur ein ganz normaler Mensch. Der sieht nicht böse aus." Du empfindest da keinen Hass, obgleich Du weißt, dass es ein Suizidbomber ist. Es sind Menschen. Ich betrachte Araber als Menschen und hasse sie nicht. Jeder hat seine eigene Wahrheit. Ich will auch keinen von ihnen töten. Aber sowie einer sich auf dem Weg zu einem Terroranschlag macht, mit einer Waffe in unser Gebiet kommt, dann erschieße ich ihn ohne Schuldgefühle. So ist die Lage hier in unserem Land."
       
         
  3. CANADA.COM - German, Jewish leaders criticize Pope's book comparing abortion to Holocaust 
    FRANKFURT, Germany (AP) - A German Jewish leader criticized the Pope on Saturday for making what he called an unacceptable comparison between abortion and the Holocaust in a new book.
    Paul Spiegel, the head of Germany's Central Council of Jews, told the Netzeitung daily that Pope John Paul's statements reflect similar "unacceptable" comments made by a Roman Catholic cardinal in Cologne.
    Spiegel was referring to a passage in Memory and Identity: Conversations Between Millenniums, where the Pope draws a broad comparison between abortion and the Holocaust, saying both came about when people decided to usurp "the law of God."
    The book is based on the Pope's conversations in 1993 with two close friends from his native Poland.
    After noting that a legally elected parliament allowed Hitler's rise to power in Germany, which led to the Holocaust, the Pope says: "We have to question the legal regulations that have been decided in the parliaments of present day democracies. The most direct association which comes to mind is the abortion laws ..."....


    1. Zentralrat der Juden entzürnt über Papst-Äußerungen
      Rheinische Post - Nordrhein-Westfalen,Germany
      ... hat offenbar Abtreibung und Holocaust miteinander verglichen. Dies stößt nun auf heftige Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland. ...

    2. WIWO.DE - Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Beck wirft Papst Volksverhetzung vor

  4. WDR - Kampf für die Edelweisspiraten - Kölner sucht auf der Berlinale einen Verleih für seinen Film - Von Stefan Domke
    Niko von Glasow ist Ehrengast der Berlinale und hat dennoch keinen einzigen Film gesehen - er hatte Wichtigeres zu tun. Denn sein eigenes Werk "Edelweisspiraten" feiert am Sonntag (20.02.05) Premiere, ohne bislang einen Verleih in Deutschland gefunden zu haben. Ein Tag in Berlin.
    "Was machst Du mit jemandem, den Du loswerden willst? Du ernennst ihn zum Ehrenpräsidenten." Der in Köln geborene Filmemacher nimmt schon früh am Morgen beim ersten Kaffee in seinem Hotel unweit des Potsdamer Platzes kein Blatt vor den Mund. Natürlich freut er sich, dass sein Film über eine Gruppe junger Kölner Widerstandskämpfer im Herbst 1944 zum Abschluss der Berlinale aufgeführt wird. Schließlich ist das Filmfestival ein durchaus würdiger Rahmen für die Deutschlandpremiere seines ambitionierten Projekts, für das er seit fast zehn Jahren gekämpft und gelitten hat. "Ich komme mir vor, wie jemand der brunftig ist und verzweifelt eine Frau sucht" sagt er und lächelt.
    Sonderbar desinteressiert
    Doch dass er dann nur als Ehrengast dabei sein darf, während "diese bourgeois Geschichte", wie er den preisgekrönten und im Rampenlicht stehenden Sophie-Scholl-Film nennt, im Wettbewerb läuft, das scheint den Regisseur und Produzenten mehr zu ärgern als er zugibt. "Und plötzlich sagt mir auch noch jeder, dass ich vor allem auf 'seinen persönlichen Wunsch', eingeladen worden bin." Mit "seinen" meint er Dieter Kosslick, den Leiter der Berlinale.
    Während die Edelweisspiraten schon bald in Kanada, Belgien und sogar Thailand auf der Leinwand zu sehen sein werden, zeigen sich die deutschen Verleiher bislang sonderbar desinteressiert. Ein Streit mit seinem Ex-Partner, einem der größten deutschen Filmproduzenten, könnte ein Grund für diese verordnete Ignoranz sein. Konkret wird Glasow jedoch nicht.....

          




  5. Comic der Woche
    Comic der Woche
    Übersetzung: NahostFocus. Mit freundlicher Genehmigung von Yakov Kirschen. Mehr unter:
    http://drybonesproject.com >>

  6.     

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