From: Sacha Stawski [sacha@stawski.cc]
Sent: Dienstag, 4. Juni 2002 11:46
To: Stawski, Sacha (Honestly-Concerned)
Subject: Erklärung Gegen den Stimmenfang der Liberalen im braunen Sumpf
http://www.dig-frankfurt.de/report/r300502.htm
 

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30.05.02

"Gegen den Stimmenfang der Liberalen im braunen Sumpf"

Erklärung zu den jüngsten Äußerungen
des Jürgen W. Möllemann

Durch seine jüngsten Äußerungen hat Jürgen W. Möllemann eine heftige Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit ausgelöst. Vor allem sein Angriff gegen den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden Michel Friedman, dieser schüre durch seine "arrogante und gehässige" Art den Antisemitismus, hat Empörung hervorgerufen. Die nachstehende Erklärung erhebt öffentlich Widerspruch gegen Möllemanns Äußerungen. Gleichzeitig drückt sie die Sorge um den zukünftigen Kurs der FDP aus. Die Erklärung, die von zahlreichen Privatpersonen und Organisationen - darunter auch die DIG Arbeitsgemeinschaft Frankfurt - unterstützt wird, ist am 29.05.2002 als Anzeige in der FAZ erschienen.

Nachfolgend die Erklärung im Wortlaut:  

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir, eine spontan zusammengetretene Initiative besorgter Bürger, darunter auch traditionelle FDP-Freunde, sind bestürzt über die jüngste Entwicklung innerhalb der FDP. Unter der Regie des Jürgen W. Möllemann wird versucht, Stimmen aus dem braunen Sumpf zu gewinnen, indem antiisraelische und antijüdische Ressentiments unter dem Deckmantel vermeintlicher Kritik an der israelischen Regierung und deren Ministerpräsidenten, Ariel Sharon, angesprochen werden. Die Unverbrämtheit, mit der Möllemann dabei seine bereits bekannte Israelfeindlichkeit zutage treten lässt und gleichzeitig historische Tatsachen des Nahostkonfliktes bewusst ignoriert, stellt alles bisher da Gewesene in den Schatten. Hierzu wollen wir Folgendes erklären:

1. Kritik an der israelischen Regierung ist selbstverständlich nicht automatisch anti-jüdisch oder antisemitisch. Sie darf geäußert werden und wird auch geäußert, nicht zuletzt in Israel selbst. Indessen ist die undifferenzierte und ausschließliche Zuweisung der Verantwortung für die gegenwärtigen Entwicklungen in Nahost an Israel und seine Regierung sowohl in der Sache falsch als auch in ihrer Motivation und der zugrunde liegenden Gesinnung sehr wohl auf das Kritischste zu hinterfragen.

2. Der Vorwurf Möllemanns, dass das Beklagen eben dieses Umstands - so geschehen durch den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und seinen Stellvertreter, Michel Friedman - erst recht Antisemitismus schüre, ist nichts anderes als die Neuauflage eines der klassischsten antisemitischen Grundprinzipien: Der Jude sei selbst Schuld an seinem eigenen Unglück.

3. Dass ausgerechnet die liberale Partei Walter Scheels, Hans-Dietrich Genschers, Hildegard Hamm-Brüchers und Otto Graf Lambsdorffs eine derartige Gesinnung in den Reihen ihrer führenden Köpfe um das Brot einiger Prozente bei der kommenden Bundestagswahl hinnimmt, ohne sich in aller Schärfe und Unmissverständlichkeit von dieser Gesinnung und den sie tragenden Personen zu distanzieren, muss jeden mündigen Bürger unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft mit Besorgnis und Abscheu erfüllen.

Wir fordern Sie, liebe Leserinnen und Leser, daher im Namen der Freiheit und der Demokratie dazu auf, eine Stimmabgabe zu Gunsten der FDP bei der kommenden Bundestagswahl zu überdenken, wenn sie sich bis dahin nicht in der gebotenen Deutlichkeit und Konsequenz von dieser Kampagne und ihren Köpfen distanziert und damit auf den bislang zurecht für sich beanspruchten freiheitlich-demokratischen Boden zurückgefunden haben sollte. Die gelbe Partei muss Farbe bekennen und Jürgen W. Möllemann die rote Karte zeigen.

Dieser Aufruf wird von folgenden Privatpersonen und Organisationen unterstützt:

[Es folgt eine Liste der Personen und Organisationen, die diese Erklärung unterstützen. Auf die Wiedergabe dieser Liste wird hier verzichtet.]

 

 

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 30.05.02 23:11
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